Frauen und Männer sollten nicht gemeinsam einkaufen

Der Däne Martin Lindstrom, Marketingexperte und Buchautor, kennt alle Tricks, mit denen Markenhersteller ihre Kunden verführen. Dumm sind die Käufer seiner Meinung allerdings nur, wenn sie denken, alle Tricks zu kennen. Martin Lindstrom ergänzt: „Wenn wir meinen, dass wir immun gegen die Dinge sind, die sich die Branche einfallen lässt – das ist tatsächlich dumm.“ Zu den gemeinsten Tricks zählt Martin Lindstrom die Kundenkarten. Jeder, der eine Kundenkarte besitzt, glaubt damit billiger einzukaufen, da er ja Rabatt bekommt. Aber die Sache hat einen gewaltigen Nachteil. Martin Lindstrom erklärt: „Aber so sammeln die Händler enorme Daten über uns, für immer gezieltere Werbung. Die kommt nicht nur per Post und E-Mail, auch wenn wir Suchmaschinen benutzen.“

Mit Datamining ziehen die Firmen den Kunden das Geld aus der Tasche

Die Kunden bezahlen laut Martin Lindstrom die Rabatte, die sie über die Kundenkarte erhalten, indem sie den Firmen immer mehr Daten zur Verfügung stellen. Dahinter verbirgt sich ein gigantisches Geschäft des Datamining. Martin Lindstrom erklärt, was es damit auf sich hat: „Die Firmen kennen unser Einkaufsverhalten, unser Geschlecht, Familienstand, Alter, Bildungstand, Einkommen, Lieblingsfilme, sogar die Lieblingsbücher unserer Freunde. Das nutzen sie, um uns das Geld aus der Tasche zu ziehen.“

Laut Martin Lindstrom manipulieren die Hersteller die Kunden überall. Dies fällt ihnen umso leichter, da 60 Prozent aller Entscheidungen im Supermarkt innerhalb von nur vier Sekunden fallen. Das Nachdenken bleibt dabei auf der Strecke. Anscheinend versucht die Industrie auch, die Käufer möglichst abhängig von ihren Produkten zu machen. Martin Lindstrom erläutert: „Abhängig macht uns die Massenproduktion, speziell bei Nahrungsmitteln, weil die mehr Zusatzstoffe enthalten.“

Das Konsumverhalten der Erwachsenen wird in der Kindheit geprägt

Für Martin Lindstrom besteht kein Zweifel daran, dass viele Konsumentscheidungen der Verbraucher im Kindesalter angelegt werden. Er sagt: „Zwei Drittel der Nahrungsmittel, die wir kaufen, definieren unsere Mütter. Das sollen sich Eltern bewusst machen. Sie machen ihre Kinder abhängig.“ Das Argument, dass sich Vorlieben und Geschmäcker ändern, lässt Martin Lindstrom nicht gelten. Das ist seiner Meinung nach so leicht, wie mit dem Rauchen aufzuhören.

Martin Lindstrom weist auch auf das unterschiedliche Kaufverhalten von Frauen und Männern hin. Frauen kaufen zum Beispiel gerne mit ihren Freundinnen ein, da sie das Gefühl haben sich austauschen zu müssen und etwas entdecken möchten. Deshalb verstecken Händler gezielt Produkte. Bei Männern sieht das ganz anders aus. Der Marketingexperte erläutert: „Männer wollen einen Laden betreten, schnell einkaufen und gehen.“ Deshalb sollten Frauen und Männer besser nicht gemeinsam zum Einkaufen gehen. Martin Lindstrom nennt den Grund: „Wenn sie es tun, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass es Streit gibt, bei über 60 Prozent.“

Von Hans Klumbies

 

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