Textilbranche in Deutschland

Die Textil- und Bekleidungsindustrie ist einer der wichtigsten Märkte in Deutschland geworden, dabei handelt es sich um einen traditionsreichen Zweig der Gewebe für den deutschen und internationalen Markt herstellt. Mittlerweile ist Deutschland, nach den Ländern China, Hongkong, Italien und Bangladesch, der viertgrößte Exporteur, wenn es um Erzeugnisse in der Textil- und Bekleidungsbranche geht.

Rund 1300, meist mittelständische Unternehmen beschäftigen allein 2008 in Deutschland 130.000 Arbeitnehmer, die wiederum einen Umsatz von circa 28 Mrd. Euro (Textil-und Bekleidungsindustrie) erwirtschaften. Zum Jahr 2012 nahmen diese Zahlen geringfügig ab, man verzeichnete in dieser Zeit 1200 Unternehmen mit 120.000 Arbeitnehmern, die einen Umsatz von 19 Mrd. Euro erwirtschafteten.

Damit hat sich die Textil-und Bekleidungsindustrie, die zwischenzeitlich zu einem Industriezweig zusammengewachsen sind, zum zweitgrößten Konsumbereich Deutschlands entwickelt. Obwohl in Deutschland ein stark ausgeprägter Markt im Bereich der Textil- und Bekleidungsindustrie herrscht, ist die Textilbranche dahinter stark von der Globalisierung abhängig. Denn rund 90 Prozent der vom Verbraucher gekauften Kleidung stammen aus dem Import.

Neben den Händlern die Ihre waren an den Kunden weitergeben, ist vor allem der Onlinehandel ein wichtiger Bereich für die Branche geworden. Immer mehr Verbraucher versuchen Ihre Kleidung und Ihre Textilien im Netz zu kaufen.

Welche Textilarten werden in Deutschland hergestellt
Die Textilbranche befasst sich mit wesentlich mehr als einfach nur Kleidungsstücke für Menschen, 50 Prozent der in Deutschland hergestellten Textilien sind sogenannte technische Textilien. Als technische Textilien bezeichnet man alle Textilmaterialien und die daraus gefertigten Erzeugnisse, die wegen ihrer technischen und funktionellen Eigenschaften und nicht wegen des Aussehens hergestellt wurden. Vor einigen Jahren liefen diese Textilien unter dem Begriff „Industrielle Textilien“ Technische Textilien kommen beispielsweise in der Automobilbranche, in der Landwirtschaft oder im Baugewerbe vor.
Neben den technischen Textilien, die einen großen Zweig einnehmen, werden in Deutschland noch Bekleidungstextilien (Hosen, Jacken, T-Shirts), Heim- und Haushaltstextilien (Handtücher, Waschlappen, Tischdecken) produziert. Zusätzlich zur reinen Herstellung von Kleidungsstücken zählen zur Textilindustrie die Herstellung von Zwirnen und Garn sowie die Veredlung (Einfärben von Materialien) von Stoffen.

Die Herstellung von Textilien
Die Herstellung von Textilien erfolgt durch das Spinnen von Garn, welcher aus natürlichen Rohfasern, beispielsweise Baumwolle, oder tierischen Erzeugnissen, besteht. Für die Herstellung von Textilflächen, welche aus Garn bestehen, nutzt die Industrie unterschiedliche Methoden, darunter Weben, Stricken oder Wirken.
Vliesstoffe hingegen sind sogenannte Flächengebilde, die aus Fasern bestehen, welche einen Eigenhalt besitzen.
In der Fertigung der Textilen unterscheidet man unterschiedliche Fertigungsstufen:

  • Herstellung von Chemiefasern und Garnen durch Spinnen oder Zwirnen
  • Die Herstellung von textilen Flächen durch Weben, Wirken, Stricken , Filzen usw.
  • Die Gestaltung der textilen Flächen
  • Die Textilveredlung
  • Die Konfektion von Endprodukten

Die Umweltauswirkungen der Textilindustrie
In Deutschland hängen von der Textil-und Bekleidungsbranche nicht nur direkte sondern auch indirekte Industriezweige und demnach Arbeitsplätze ab. Die Textilbranche und demnach auch die Bekleidungsbranche ist Zulieferer für Pharma-, Bau- und Fahrzeugindustrie sowie für den Bereich Arbeitsschutz.

Zusätzlich ist dieser Industriezweig aber auch von seinen Zulieferern und demnach von anderen Industriezweigen abhängig, die Umweltbelastungen, die daraus entstehen, sind sehr vielfältig und immer wieder ein Kritikpunkt. Der Anbau und die Produktion sind besonders stark mit umweltbelastenden Faktoren beziffert. Gerade bei der Primärproduktion werden große Mengen von Düngemitteln und Pestizide eingesetzt, die natürlich einen negativen Einfluss auf die Umwelt haben. Zusätzlich benötigt gerade der Baumwolleanbau große Mengen an Wasser, was wiederum dazu führt, dass der Aralsee vor der Austrocknung steht.
Betrachtet man im Gegensatz die Produktion von Chemiefasern, wird hier nicht Wasser in großen Mengen benötigt, sondern nicht-erneuerbare Ressourcen. Wiederum zählt allein die Veredlung von Textilien mit zu den größten Produzenten von Abwasseranfällen. Obwohl die Herstellung und schon alleine der Anbau von bestimmten Materialien für die Textil-und Bekleidungsindustrie so umweltschädlich sind, steigt die Nachfrage an Kleidungsstücken und Textilwaren stetig an.
Die Produktion in Deutschland wird umweltfreundlicher

Seit einigen Jahren gehen die Unternehmen und auch der Staat gegen die starken Umweltbelastungen in der Textilindustrie vor. Besonders wird dabei auf die Faserproduktion und die Textilveredlung geachtet, denn dass sind zwei der am meisten umweltbelastenden Verfahren, die es in der Textilindustrie gibt.

Zurzeit sind wird ungefähr ein Prozent der Baumwollproduktion unter ökologischen Richtlinien kontrolliert angebaut. Aus diesem Grund besteht ein enormer Handlungsbedarf, um die Nachfrage nach ökologisch angebauten Textilien zu steigern. Im Bereich der Textilveredlung ist die größte Herausforderung den hohen Wasserverbrauch und die Wasserverschmutzung zu beseitigen. Wer schon heute nachhaltige Textilien im Internet oder beim Händler kaufen möchte, sollte deswegen auf den Blauen Engel achten.

Der Ausblick auf die Textil-und Bekleidungsbranche ist vor allem durch steigende Umsätze und eine steigende Nachfrage geprägt. Demnach wird auch in den kommenden Jahren die Textilbranche in Deutschland ansteigen, ebenso wie die Globalisierung des Marktes.

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